Ossiach: Lost Places – Objekte die dem Verfall gewidmet sind

Vergessen Lost Places-Feriendorf-Ossiach

Gleich zwei verlassene Objekte („Lost Places“) die eng beieinander liegen.

Das Feriendorf Ossiach hat sich von einem einst lebendigen Ort zu einem nahezu vergessenen Ort entwickelt. Statt nur zu ruhen, steckt es in einem unwürdigen Zustand des Verfalls. Welche Zukunft diesem Gelände bevorsteht, bleibt ungewiss, denn die Entwicklung scheint blockiert und die Thematik ein Quell fortdauernder Spannungen.

Für Bürgermeister Gernot Prinz ist das Areal mittlerweile ein klarer Lost Place. Das ehemals lebhafte Feriendorf am Ossiacher See wirkt wie eine tote Landschaft, wo verwitterte Gebäude und ungenutzte Potenziale den ursprünglich pulsierenden Sommerurlaubsort verdrängt haben. Aktuelle Besitzer verfolgen Interessen, die deutlich mit den Vorstellungen der Gemeinde kollidieren, eine Einigung scheint in weiter Ferne.

„Wir sprechen hier nicht einfach von Stagnation – viel mehr handelt es sich um eine Art Sterben auf Raten.“ betont Prinz mit Nachdruck. Die Grundlage für die heutige Krise reicht allerdings bis in die Vergangenheit zurück. Ursprünglich wurde das ÖGB-Feriendorf, errichtet in den 1970er Jahren, 2007 durch das Land Kärnten unter dem damaligen Landeshauptmann Jörg Haider zu einem völlig überhöhten Preis von 43 Millionen Euro übernommen – laut Gutachten im Schnitt um rund 20 Millionen zu teuer. Schließlich, nach erfolglosem Bestehen als Landesimmobilie, wurde es 2019 für einen Bruchteil des ursprünglichen Werts an den russischen Investor Pinchas Gadilov und die Wiener Immobiliengesellschaft GPH Real Estate verkauft.

Seit dem jüngsten Verkauf herrscht Stillstand.

Planungen stocken und Gespräche mit der Gemeinde scheiterten regelmäßig. „Immobilienmakler präsentierten uns erste Vorschläge, doch es waren ausschließlich Pläne für Wohn- und Zweitwohnsitze“, erläutert Prinz. Das Konzept steht jedoch in direktem Widerspruch zu den touristischen Zielen der Gemeinde. Der Standort sei geeignet für eine Hotelanlage oder sogar einen durchgehenden Ganzjahresbetrieb – entsprechende Voraussetzungen zur Entwicklung gibt es schon lange. Badehaus oder ähnliche touristische Projekte würden sich als Alternative anbieten, doch die Fans des touristischen Potenzials blicken bisher auf taube Ohren.

Auch der einstige Vorstoß, das Gelände vielleicht ins Eigentum der Gemeinde zurückzuführen, blieb erfolglos. Gespräche zwischen dem Bürgermeister und der Kärntner Landesgesellschaft KBV verliefen ergebnislos. Selbst als im Jahr 2019 acht Millionen für einen Rückkauf des Areals angeboten wurden, scheiterte der Plan am Aufsichtsrat des Landes Kärnten mit der Begründung eines unangemessen hohen Preisangebots seitens des Besitzers.

Gleichzeitig droht ein weiterer Bereich Ossiachs in Vergessenheit zu geraten.

Das nun leerstehende ehemalige Asylzentrum wurde 2024 geschlossen und zeigt dieselben Anzeichen von Verfall wie das Feriendorf. Hier bot Prinz ebenfalls touristische Lösungsansätze an, doch bislang wurden auch diese nicht umgesetzt. Mit wachsender Frustration ruft er zur Handlung auf: „Es kann nicht sein, dass so viele Chancen ignoriert werden. Die Verantwortungsträger müssen endlich aktiv werden.“ Die aktuelle Situation zeigt exemplarisch, wie viel Potenzial ungenutzt bleibt, wenn politische und wirtschaftliche Interessen nicht in Einklang gebracht werden können. Für Ossiach bleibt zu hoffen, dass nicht nur Worte die Stille übertönen, sondern auch sichtbare Taten folgen.

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